Verwaltung und Erschließung von Medien

Die standardisierte, sorgfältige und einheitliche Erschließung des Bestandes ist unabdingbar für einen reibungslosen Büchereibetrieb. Nur so ist gewährleistet, dass sowohl die Benutzerinnen als auch das Büchereiteam schnell Zugriff auf den Bestand haben und das Gesuchte finden können. Die vollständige und ordentliche Erfassung ihres Medienbestandes mittels einer Bibliotheksverwaltungssoftware oder eines Zettelkatalogs unterstützen und vervielfältigen die Recherchemöglichkeiten und bilden die Grundlage eines serviceorientierten Büchereibetriebs.

Im Folgenden wird die Bestandsverwaltung mit einer Bibliothekssoftware erläutert.

Hintergrundinformationen

Warum ein Umstieg des Regelwerks von RAK zu RDA und was bedeutet das für die Büchereipraxis?

Die Regeln für die Alphabetische Katalogisierung (RAK), nach denen bisher katalogisiert wurde, sind nicht mehr zeitgemäß und in erster Linie auf Zettelkataloge abgestimmt. Mittlerweile erfolgt die Erfassung in den Büchereien zumeist mit modernen Bibliothekssystemen und Leserinnen und Leser recherchieren bequem von daheim aus in den Online-Katalogen ihrer Bücherei vor Ort. Die Darstellung der Daten und auch das Suchverhalten der Nutzer hat sich sehr gewandelt. Eine Änderung bei den Erschließungsstandards zur Beschreibung der Medienbestände und ein flexibler Rahmen, den verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden, ist daher notwendig.

Bei den RDA (Resource Description and Access) handelt sich dabei um ein international ausgerichtetes bibliothekarisches Regelwerk zur Erschließung von sowohl analogen als auch digitalen Ressourcen.

Als Büchereidienstleister und beratende Büchereifachverbände streben Borromäusverein e.V. und Sankt Michaelsbund die Einhaltung der bibliothekarischen Standards an. Dabei ist eine für unsere Mitgliedsbüchereien geeignete und sinnvolle Realisierung dieser Prozesse wichtig.

Was bedeutet das für die Büchereipraxis?

Wir treffen in den RDA auf neue Terminologien und Begrifflichkeiten, an die wir uns gewöhnen müssen. Der "Verfasser" wird zum "Geistigen Schöpfer" (kann neben dem Autor bspw. auch ein Komponist, Illustrator usw. sein), "Sonstige Personen" werden zu "Mitwirkenden" , "Fußnote" wird zu "Anmerkungen" , "Hauptsachtitel" wird zu "Haupttitel". In RDA werden viele Angaben nun übertragen, d.h. Informationen werden so aus der Vorlage übernommen, wie sie dort stehen. Es wird nicht mehr abgekürzt. Es gibt sog. Kernelemente, die man nach RDA immer erfassen muss. Dazu gehört bspw. der Haupttitel. Zusatzelemente, wie bspw. der Titelzusatz, werden ebenso erfasst. Das macht die Katalogisierungspraxis um ein vielfaches einfacher. In RDA heißt es jetzt zum Beispiel "circa 127 Seiten : Illustrationen" an Stelle wie bisher in RAK üblich "ca. 300 S. : Ill."

Anpassung der Bibliothekssoftware - Veränderung in der Erfassung

Die zu erfassenden Felder in RDA müssen in den Bibliothekssystemen abgebildet werden können. Die meisten Bibliothekssoftwarefirmen arbeiten an einer Anpassung der Bibliothekssysteme an das Austauschformat MARC21 bzw. einer Katalogisierung nach RDA. Mit den Updates Ihrer Software sind diese mitunter schon abgebildet bzw. können frei geschaltet werden (BibliothecaPlus). Für Büchereien ändern sich z.T. die Ansichten der Erfassungsmasken in den Bibliothekssystemen, zum Teil auch die Terminologie sowie Import-/Exportfunktionen.

Bisherige Katalogisate bleiben unverändert und müssen nicht noch einmal neu aufgenommen oder angepasst werden.