Bibliotheken in Deutschland

Die Bibliothekslandschaft in Deutschland teilt sich in zwei große Hauptgruppen:

• in die wissenschaftlichen Bibliotheken (WBs), zuständig für Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung. Träger sind z.B. die Bundesländer, Universitäten…

• in die öffentlichen Bibliotheken (ÖBs), zuständig für die allgemeine Information, Bildung und Unterhaltung der Bevölkerung. Träger sind in der Regel Kommunen und Kirchen.

Öffentliche Büchereien sind offen für jeden, unabhängig von Alter, Nationalität oder Konfession, und nehmen den Grundauftrag der Information, Bildung und Unterhaltung wahr. Ihr Bestand soll den häufig wiederkehrenden Bedarf an Literatur und anderen Informationsträgern decken. Über die traditionellen Bibliotheksangebote hinaus verstehen sich öffentliche Büchereien heute als Informationszentren und Begegnungsstätten, die gleichzeitig der Leseförderung dienen und kulturelle Aktivitäten ermöglichen. Dieser Auftrag gilt für alle öffentlichen Büchereien, unabhängig davon, ob die Trägerschaft bei einer Kommune oder einer Kirchengemeinde liegt.

Katholische öffentliche Büchereien (KÖBs) gehören zu den öffentlichen Bibliotheken und sind ein fester Bestandteil der deutschen Bibliothekslandschaft. In einigen Städten und Gemeinden nehmen sie vertraglich geregelt die Aufgaben einer allgemeinen öffentlichen Bücherei wahr. Die Leitung öffentlicher Büchereien wird so- wohl haupt- als auch neben- und ehrenamtlich wahrgenommen. Zwei Drittel aller wohnortnahen, einfach zu erreichenden Büchereien sind in kirchlicher Trägerschaft und verdichten das öffentliche Bibliotheksnetz. Ergänzt wird dieses durch Büchereien in Schulen, Heimen, Gefängnissen und Krankenhäusern.

Katholisches Profil

Das bedeutet offen zu sein für jeden, unabhängig von der Konfession. Sinnsuche, Spiritualität und Religiosität sind menschliche Wesenszüge, die in KÖBs besonders wichtig genommen werden. Mittelpunkt ist der Mensch, der in die Bücherei kommt – mit allen seinen Bedürfnissen als ganzheitliche Person.

Deshalb sollen die Leserinnen in allen Lebensbereichen, -phasen und -situationen im Angebot der Bücherei Unterstützung finden. Deutlich wird dies im Jahres-Slo- gan 2008 des Sankt Michaelbundes „miteinander leben – miteinander lesen – mit- einander reden“.

Die katholische Kirche wird mit der Unterhaltung von KÖBs zugleich ihrem Bildungsauftrag gerecht und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Chancengleichheit und zur Vermittlung von Medienkompetenz.

Katholische öffentliche Büchereien sind ein wichtiger Begegnungsort innerhalb der Pfarreien und sorgen dafür, dass die Botschaft des Glaubens in der heutigen Gesellschaft hör- und sichtbar bleibt.

„…lebendige Büchereien [sind] ein wichtiger Baustein zur Schaffung von Beziehungen und zur Verwurzelung von Menschen in ihrer Gemeinde. Es ist zu hoffen, dass viele Kirchengemeinden, kirchliche Institutionen und die Kirche insgesamt die Chancen erkennen, nutzen und fördern, die im Dienst der Büchereiarbeit in einer sich erneuernden Kirche liegen.“ (Bischof Gebhard Fürst: Rede anlässlich des Diözesantages 2009 im Bistum Rottenburg-Stuttgart)

Damit sind die Büchereien auch eigenständige pastorale Orte und nicht nur über die Trägerschaft, sondern auch durch ihre inhaltliche Arbeit in die örtlichen Pastoralkonzepte einbezogen. Sie arbeiten mit anderen Einrichtungen und Gruppen der Kirchengemeinde bzw. Seelsorgeeinheit zusammen.

Lektürehinweise

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Mehr-Wert fürs Leben: zum Profil der kirchlichen Büchereiarbeit
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