Ehrenamtliches Engagement

Die wichtigste Voraussetzung für eine gut funktionierende und erfolgreiche Büchereiarbeit ist das Team der Mitarbeiterinnen. Deshalb ist eine Würdigung und Anerkennung der geleisteten Arbeit durch den Träger von großer Bedeutung.

Egal wie die äußeren Bedingungen (Öffnungszeiten, Etat, Raum, Möblierung) sind: Veränderungen sind möglich, solange es Menschen gibt, die bereit sind, sich in den unterschiedlichen Aufgabenfeldern in der Bücherei zu engagieren, kreativ mitzudenken, Verantwortung zu übernehmen und Verbesserungen umzusetzen oder beim Träger einzufordern.

Die Katholischen öffentlichen Büchereien werden traditionell von ehrenamtlichen Teams geführt. Selbst in großen KÖBs arbeiten hauptamtliche Leitungen zusammen mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.

Motivation zur Mitarbeit

Die Gründe für ein ehrenamtliches Engagement in einer Bücherei sind vielfältig:

  • sinnvolle Freizeitgestaltung
  • Kirche lebendig machen
  • sich für andere einsetzen
  • eigene Begeisterung weitergeben
  • Liebe zum Lesen weitergeben
  • Kinder beim Lesen fördern
  • Chancengleichheit ermöglichen
  • Verantwortung übernehmen
  • Gestaltungsfreiheit in den übernommenen Arbeitsbereichen genießen
  • sich selbst verwirklichen können (z.B. bei der Veranstaltungsarbeit)
  • Stärken und Vorlieben (z.B. EDV-Betreuung, Pressearbeit) einbringen können
  • eigene Lebenserfahrungen einbringen
  • Kontakt zu Menschen mit ähnlichen Interessen aufbauen
  • Abwechslung zum eigenen häuslichen Alltag erleben
  • Ausgleich zum Beruf erhalten bzw. Wiedereinstieg in den Beruf erprobensich bei projektbezogener Mitarbeit einbringen können.

Rahmenbedingungen

Ehrenamtliches Engagement braucht bestimmte und verlässliche Voraussetzungen:

  • regelmäßige Fortbildungen
  • Kostenerstattung, z.B. für Fahrtkosten, Fortbildungen
  • Versicherungsschutz
  • klare Aufgabenbeschreibungen
  • Gestaltungsspielräume und Mitwirkungsmöglichkeiten in inhaltlichen und organisatorischen Fragen
  • Tätigkeitsnachweis der ehrenamtlich geleisteten Arbeit (wichtig für Statistik, Bewerbungen und Zeugnisse)
  • Kultur der Anerkennung, z.B. Dankeschön-Essen der Pfarrei/des Trägers, Ehrenamts-Card, Ehrung langjähriger Mitarbeiter durch die Fachstellen
  • angemessene Einführung und Verabschiedung
  • geklärte Entscheidungskompetenzen in der Zusammenarbeit von Ehrenamt und Hauptamt
  • partnerschaftlicher Kommunikationsstil
  • gegenseitige regelmäßige, rechtzeitige und ausreichende Information
  • gesellige Zusammenkünfte zum ungezwungenen Gedankenaustausch
  • fachkundige Betreuung durch die Fachstelle.

Grenzen des Ehrenamts

Büchereiarbeit kann jedoch Größenordnungen erreichen, die ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen sind. Aus Verantwortung gegenüber den Freiwilligen, aber auch gegenüber einer qualitätsvollen Büchereiarbeit darf ehrenamtliches Engagement nicht ausgenutzt werden.

Auch darf ehrenamtliche Tätigkeit nicht als Alternative zu bisher bezahlter Arbeit verstanden werden.

 

 

Broschüre

Zum Weiterlesen!

Bibliotheken und Bürgerschaftliches Engagement: Eine Standortbestimmung

Der Vorstand des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) setzte in 2009 eine Arbeitsgruppe ein, um das Positionspapier des dbv "Freiwillige - (k)eine Chance für Bibliotheken?" von 1999 zu überarbeiten und reagierte damit auf die Weiterentwicklung einer engagementpolitischen Diskussion.

Das gemeinsame Positionspapier "Bibliotheken und Bürgerschaftliches Engagement: Eine Standortbestimmung" vom März 2011 ist das Ergebnis eines umfassenden Diskussionsprozesses. Herausgeber sind: Borromäusverein e.V., Evangelisches Literaturportal e.V., Sankt Michaelsbund, Landesverband Bayern e.V., Deutscher Bibliotheksverband e.V.

Download "Bibliotheken und Bürgerschaftliches Engagement"

Hintergrundinformationen