Büchereiraum

Nicht alle Räume sind für die Unterbringung einer Bücherei geeignet. Günstig sind quadratische bzw. rechteckige Räume mit freien Wandflächen und einem Abstand von mindestens 5 m zur gegenüberliegenden Wand.

Auch beim Büchereiraum gilt: Der erste Eindruck zählt und wird so schnell nicht mehr revidiert. Daher ist ein attraktives Erscheinungsbild der Bücherei wichtig, d.h., die Büchereiräume müssen sich sauber, modern, aktuell, freundlich, zweckmäßig und hell präsentieren.

Die Attraktivität des Büchereiraums kann durch regelmäßige gestalterische Maßnahmen (z.B. jahreszeitliche Dekoration) und kleinere Renovierungen (neuer Farbanstrich) erhöht bzw. erhalten werden.

Mehrfachnutzung

Ausreichend große Büchereiräume erlauben unter Umständen eine Mehrzwecknutzung und ermöglichen dadurch eine wirtschaftlichere Verwendung der vorhandenen Gebäudefläche.

Gesprächskreise und Sitzungen anderer Gruppen der Gemeinde sind möglich. Die Bücherei kann sich so auch immer als Ort der Begegnung präsentieren.

Nicht geeignet ist die Bücherei als Jugendraum oder Raum für Krabbelgruppen. Grundsätzlich sollte bei einer Nutzung durch andere Gruppen gewährleistet sein, dass die Ordnung in den Regalen erhalten bleibt und bei Möbelumstellungen der Raum wieder in den Originalzustand versetzt wird. Das heißt, dass der Raum so groß sein muss, dass eine größere Fläche entstehen kann, wenn Regale zur Seite gerollt werden müssen.

Zu bedenken ist auch die Frage nach der Diebstahlgefahr. Erfahrungen haben jedoch gezeigt, das sie längst nicht so hoch wie befürchtet ist.

Flächenbedarf

Der Büchereiraum sollte eine gewisse Mindestgröße nicht unterschreiten und wird von der Bestandsgröße (Zielbestand) bestimmt.

Die Mindestgröße für Kleinstbüchereien beträgt 40 qm für 2.000 Medieneinheiten. Mindestwerte für kleine und mittlere Büchereien

Je 1.000 Bände Sachliteratur/Nichtbuchmedien: 20 qm

Je 1.000 Bände Schöne Literatur (Romane): 16 qm

Je 1.000 Bände Kinder-/Jugendliteratur: 25 qm

Für Eingang, Garderobe, Ausleihbereich: 15–20 qm

 

Zusätzlich sind ein Arbeitsraum bzw. ein Abstellraum sowie der Zugang zu einer Toilette erforderlich.

Abb. 5.5 Grundriss einer Bücherei für max. 3.000 Medien mit zusätzlichem Arbeitsraum
Abb. 5.6 Grundriss einer Bücherei für 7.000 Medien mit Büro/Arbeitsraum (mit freundlicher Genehmigung des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz)

Ausstattung

Atmosphäre

Eine ansprechende Ausstattung muss nicht immer viel Geld kosten. Auch mit kleinem Budget lassen sich oft wahre Wunder bewerkstelligen. Vorhänge, Kissen, Dekorationsmittel u.Ä. sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Eine ähnliche Wirkung lässt sich auch mit der Wahl von frischen Wandfarben erzielen.

Wände lassen sich mit Bildern, Postern und dekorativen Plakaten schmücken. Werden die Plakate in Bilderschienen oder Wechselrahmen präsentiert, können die Bilder häufiger gewechselt werden. Auch Gemälde einheimischer Künstler erregen oft besondere Aufmerksamkeit.

Abb. 5.7-5.10a Beispiele für Atmosphäre in der Bücherei

Bodenbelag

Der Bodenbelag sollte strapazierfähig, pflegeleicht und schallschluckend sein. Die Auswahlmöglichkeiten bei Steinböden, Linoleum, PVC, hochstrapazierfähigen Teppichen oder Holzböden sind groß. Es empfehlen sich zusätzliche Schmutzfangmatten für den Eingangsbereich.

Beleuchtung

Der Büchereiraum muss gleichmäßig ausgeleuchtet sein:

•  In der Bücherei liegt eine gute Ausleuchtung bei mindestens 300 Lux.

•  Im Thekenbereich, am Auskunftsplatz und im Büro ist eine Beleuchtungsstärke von mind. 500 Lux (entspiegelt) notwendig.

  •  Beim Einsatz von EDV im Ausleihbereich ist auf den Lichteinfall zum Bildschirm zu achten. Die Bildschirme sollten nicht vor einem Fenster aufgestellt werden. Die Beleuch- tung des EDV-Arbeitsplatzes muss den Arbeitsplatzvorschriften entsprechen.

•  Für gemütliche Lesebereiche eignen sich Stehlampen oder dimmbare Leuchten.

Heizung

Die Bücherei sollte gleichmäßig beheizt werden, auch außerhalb der Öffnungszeiten. Die Raumtemperatur muss der von normalen Wohn- und Arbeitsräumen entsprechen und auch einen längeren Aufenthalt ohne Überbekleidung möglich machen. Durch moderne Heizungssteuerungsanlagen lässt sich die Raumtemperatur zwischen den einzelnen Öffnungstagen energiesparend regeln.

Gute Beheizung und Lüftung sorgen für die notwendige Trockenheit der Räume; so wird verhindert, dass Feuchtigkeit den Medien und der Einrichtung schadet.