Finanzbedarf für den Bestandsaufbau

Das Büchereiteam, die Kirchengemeinde und die zuständige diözesane Büchereifachstelle sollten einvernehmlich einen Zielbestand für die Bücherei als Richtgröße für die Finanzierung vereinbaren. Diese Bemessungsgröße wird durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Festlegung auf ein Arbeitskonzept und die daraus folgende Bestandszusammensetzung (z.B. nur Kinder- und Jugendbücherei)
  • Größe der Gemeinde bzw. des Wirkungsbereiches
  • andere im Wirkungsbereich arbeitende Büchereien
  • Größe des Büchereiraumes
  • Medienumsatz.

An diesem Zielbestand orientiert sich der Finanzierungsplan (s. Kap. 3 „Rechtsträger und Finanzen“), der einen unter Umständen über mehrere Jahre gestuften Bestandsaufbau bis zum vorgesehenen Endbestand ermöglicht und der außerdem die laufende Aktualisierung des Gesamtbestandes sichert.

Die Aktualisierung eines erreichten Zielbestandes erfordert einen jährlichen Austausch (Erneuerungsquote für Verschleiß und inhaltliche Veralterung) in Höhe von mindestens 7% bis 10% des Bestandes. Das heißt, bei einem Bestand von 3.000 Medieneinheiten müssen jährlich 210 – 300 Medien neu eingekauft werden. Der Erneuerungsbedarf in den einzelnen Bestandsgruppen ist unterschiedlich und sollte im Rahmen des Büchereikonzeptes regelmäßig überprüft werden; so ist z.B. der Verschleiß bei den Bilderbüchern höher als bei den Romanen.

Bevor die Bücherei eine neue Medienart für ihre Benutzerinnen anschafft, muss geprüft werden, ob die Erwerbungsmittel (und gegebenenfalls Mittel der Fachstelle) für einen Mindestbestand und für die laufend erforderliche Ergänzung vorhanden sind. Andernfalls muss bei der Einführung neuer Angebote der Etat entsprechend erhöht werden, damit die anderen Bestandsgruppen trotzdem aktualisiert werden können.

Die erforderlichen Finanzmittel lassen sich nur bedingt aus den Durchschnittspreisen für die anzuschaffenden Medien, d.h. den Erfahrungswerten aus dem Buch- und Medieneinkauf im letzten Jahr, errechnen. Es ist notwendig, die Preissteigerungen des Buch- und Medienmarktes zu berücksichtigen. Informationen hierzu finden Sie auf den Internetseiten der ekz (Einkaufszentrale für Büchereien, Reutlingen).

Sinnvollerweise wird der genehmigte Etat auf mehrere Einkaufstermine im Jahr verteilt, eventuell gekoppelt an das Erscheinen der Besprechungszeitschrift Buchprofile bzw. medienprofile.


Zeitschriftenabonnements
binden einen Teil des jährlichen Erwerbungsetats der Bücherei.

Bei Kündigung eines Zeitschriftenabonnements muss rechtzeitig an die Kündigungsfrist gedacht werden, da sonst weiterhin Mittel gebunden sind.

Für Zeitschriften gibt es verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten:

  • Erwerbungsetat: enthält Mittel zur Finanzierung von Zeitschriften.
  • Schenkungen: Manche Leserinnen  überlassen ihre abonnierten Zeitschriften nach einmaligem Lesen der Bücherei. Die Mitarbeiterinnen sollten allerdings darauf achten, dass die Zeitschriftenhefte regelmäßig in der Bücherei abgegeben werden und ins Profil der KÖB passen. Ansonsten verzichtet man besser auf solche Geschenke.
  • Sponsoring: Viele Firmen, Banken, Versicherungen und Einzelhändler finanzieren Zeitschriften, die zu ihrem Profil passen.

Beispiele:

 Sparkasse:

 Finanzzeitschrift

 

 Baumarkt:

 Heimwerkerzeitschrift

 

 Computerladen:

 Computerzeitschrift

 

 Hobbyladen:

 Bastelzeitschrift

 

 Fitnessstudio:

 Sportzeitschrift

 

 Blumenladen:

 Gartenzeitschrift

 

 Ärzte:

 Zeitschriften für         Eltern

Bei der Finanzierung durch Sponsoring und Schenkungen muss darauf geachtet werden, dass allein die Bücherei bestimmt, welche Zeitschriften für die Leserinnen angeboten werden.

Näheres finden Sie im Kap. 3 „Rechtsträger und Finanzen“.