Bestandsabbau

Um eine Bücherei aktuell und attraktiv zu halten, muss der Bestand immer wieder auf das Büchereikonzept hin überprüft werden. Dafür sind regelmäßige Bestandsdurchsichten notwendig. Außerdem wird Platz für Neuanschaffungen benötigt. Diese sollen möglichst 7 bis 10 % des Bestandes pro Jahr ausmachen. Das bedeutet konkret: Wenn der Etat nicht ausreicht, um veraltete Bestände zu erneuern, muss dennoch ausgesondert und der Bestand reduziert werden.

Folgen unzureichenden Aussonderns

  • Überalterung
  • Unübersichtlichkeit
  • erschwertes Auffinden bestimmter Titel
  • erhöhter Regalbedarf
  • schlechte Umsatzzahlen
  • veraltetes Erscheinungsbild der Bücherei durch unansehnliche Bestände.

Kriterien für das Aussondern

Der Bestandsabbau muss ebenso regelmäßig erfolgen wie der Bestandsaufbau. Aus dem Bestand aussortiert werden Medien,

  • die inhaltlich veraltet sind. Gerade Sachbücher sollten kontinuierlich auf ihre Aktualität hin überprüft werden. Es ist zu beachten, dass Sachbücher in einzelnen Sachbereichen sehr viel schneller veralten als in anderen, z.B. im Bereich Technik, hier vor allem Computertechnik, aber auch Lexika, Adressbücher, Reiseliteratur und Gesetzestexte
  • die überhaupt nicht oder schon länger (3 – 5 Jahre) nicht mehr ausgeliehen wurden
  • die so beschädigt sind, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist bzw. teurer sein würde als eine Neuanschaffung
  • die so verschmutzt sind, dass sie nicht mehr gereinigt werden können und darum abstoßend wirken.

Über die Ausleihstatistik lässt sich die Nutzung aller Bestandsgruppen sehr differenziert ermitteln. Im Programm kann nach den ausleihstärksten, aber auch nach z.B. innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht genutzten Medien gesucht werden. Die Bewertung der Ergebnisse bedarf einer gründlichen Analyse und kritischen Beurteilung.

Ob ein Titel neu bzw. ersatzweise angeschafft wird, hängt in erster Linie vom Bestandskonzept und von der Nutzerstruktur ab. Dies gilt ebenso für den Umgang mit Klassikern, Nachschlagewerken und kaum genutzten Titeln. Bei besonders schnell inaktuellen Sachgebieten kann ggf. auf Zeitschriften zurückgegriffen werden.

Der technische Vorgang des Aussortierens ist in den Kap. 9 und 10 „Verwaltung und Erschließung von Medien“ beschrieben.