Aufstellung der Medien

Grundsätzliches zur Medienaufstellung

Bücher und andere Medien werden nach Gruppen getrennt präsentiert:

  • Die Sachbücher werden nach Systematikgruppen aufgestellt und innerhalb der Untergruppen nach dem Alphabet geordnet. Die Aufstellung der einzelnen Gruppen kann entsprechend der Reihenfolge der Sachbuchsystematik erfolgen, da diese in ihrer Reihenfolge inhaltliche Zusammenhänge berücksichtigt.
    Da z.B. in den Gruppen Naturkunde, Technik und Sport viele auch für Jugendliche interessante Bücher zu finden sind, können diese Gruppen in der Nähe der Gruppe „Jugendbücher“ aufgestellt werden.
    Die Gruppe Biografien ist ein gutes Bindeglied zwischen Romanen und Sachbüchern.
  • Die Gruppe Schöne Literatur (SL) wird nach den Ordnungswörtern alphabetisch aufgestellt.
  • Die Bilderbücher kommen ungeordnet in einen Bilderbuchtrog. Bei großen Beständen können die Titel auch mit Interessenkreisen versehen (z.B. Märchen, Familie) und in beschriftete Tröge einsortiert werden.
  • Die Bücher der Gruppen KE (Erstes Lesealter) und K (Kinderbücher) können in einem Alphabet oder getrennt aufgestellt werden.
  • Bücher für Jugendliche (J) werden in einem eigenen Alphabet sortiert.
  • Die Kindersachbücher werden zuerst nach Systematikgruppen unterteilt und dann innerhalb der einzelnen Gruppen nach dem Alphabet aufgestellt.
    Gerade bei großen Beständen ist die Verwendung von Interessenkreisaufklebern (z.B. Pflanzen, Tiere, Fußball) empfehlenswert, damit sich die Kinder rascher und leichter zurechtfinden.
Abb. 8.10 Aufstellung Bilderbücher
Abb. 8.11 Aufstellung Erstlesebücher
Abb. 8.12 Aufstellungsvariante im Kinderbereich
 
  • Bücher und Medien zu bestimmten Themen, Jahreszeiten, aktuellen Ereignissen oder Festen, die mit IK versehen sind, können gesondert präsentiert werden. So werden beispielsweise alle Medien mit den IK „Weihnachten“, „Ostern“ oder „Erstkommunion“ – zeitweise – zusammen aufgestellt und gezielt beworben. Es spielt keine Rolle, ob es sich um Kinder- oder Erwachsenenliteratur, um DVDs oder Spiele handelt.
  • Dauerhaft können auch einzelne, besonders nachgefragte Bereiche mit IK versehen und gesondert aufgestellt werden, z.B. „Krimi“ oder „Historische Romane“.
  • Bei der Aufstellung entsprechend der Familienbibliothek (z.B. „Für Eltern“) werden alle Medien zu diesem Thema zusammen präsentiert (s. Kap. 9 und 10 „Verwaltung und Erschließung von Medien“).

Die unterschiedlichsten Mischformen sind denkbar, von einer punktuellen Kombination nur im Sachliteraturbereich bis hin zur Einbeziehung der erzählenden Literatur und aller Medienformen. Häufig hat dies Auswirkungen auf die Rückenschilder und ihre Beschriftung (vor allem bei leserorientierter Aufstellung). Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Fachstelle nach den Empfehlungen in Ihrem Bistum.

Weitere Hinweise zur Bestandspräsentation finden Sie im Kap. 5 „Büchereibau, Büchereiraum und -einrichtung“.

Abb. 8.13 Besondere Hervorhebung von Regionalkrimis

Leserorientierte Aufstellung

In den letzten Jahren haben mehr und mehr Büchereien die Erschließung ihrer Bestände auf leserorientierte Aufstellungsformen umgestellt.

Damit wird dem Bedürfnis der Benutzerinnen nach einfacher Orientierung im Medienangebot und nach aussagefähigen Kurzinformationen direkt am Medium Rechnung getragen.

Familienbibliothek

Beispiel aus der Sachliteratur für Erwachsene:

Haus & Garten

Gesamtdarstellungen (z.B. Architektur)
Heimwerken
Raumgestaltung (z.B. Floristik, Farbgestaltung, Feng Shui, Innenarchitektur) Zimmerpflanzen
Balkon & Terrasse
Gartengestaltung
Einzelthemen

Beispiel aus der Kindersachliteratur:

Alltag
Berufe
Familie (Geschwister, Trennung, Scheidung ...)
Gefühle (Freundschaft, Eifersucht, Tod ...)
Dies & das (Verkehrserziehung, Kindergarten, Schule, Krankenhaus ...)

Wichtig sind auch bei dieser Aufstellungsvariante die Einheitlichkeit und Normierung der Begriffe. Es gibt deutschlandweit unterschiedliche Konzepte. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer jeweiligen Fachstelle, die Sie gerne berät.

Abb. 8.14 Leserorientierte Aufstellung 1
Abb. 8.15 Leserorientierte Aufstellung 2
Abb. 8.16 Leserorientierte Aufstellung 3
Abb. 8.17 Leserorientierte Aufstellung 4
Abb. 8.18 Leserorientierte Aufstellung 5
 

Besonderheiten bei den Nicht-Buch-Medien

Zeitschriften

Zeitschriften werden anders als Bücher aufgestellt. Es gibt zwei bewährte Möglichkeiten, diese zu präsentieren:

1. Aufstellung im Zeitschriftenschrank bzw. in Zeitschriftenfachböden: Das neueste Heft wird auf einer Klappe frontal ausgestellt, die Hefte des laufenden Jahrgangs werden dahinter gestapelt.

2. Aufstellung beim  Sachgebiet: Zeitschriften, die thematisch zu einem bestimmten Sachgebiet gehören, können hier mittels eines Zeitschriftenpräsentationsständers aufgestellt oder in Stehsammlern aufbewahrt werden.

Abb. 8.19 Zeitschriftensammler (ekz)
Abb. 8.20 Zeitschriftenschrank (ekz)
Abb. 8.20.a Besondere Zeitschriften-Präsentation in der Bücherei in Langquaid
 

 

Spiele

Es empfiehlt sich, die für Kinder geeigneten Spiele von den Erwachsenenspielen klar zu trennen und sie dem Kinderbuchbestand zuzuordnen. Spiele können auf ausreichend tiefen Fachböden präsentiert werden. Um das Kennenlernen der Spiele zu erleichtern, empfiehlt sich die Aufstellung einer Sitzgruppe in der Nachbarschaft zu den Spielen, damit die Spiele angeschaut und in der Bücherei gespielt werden können.

Abb. 8.21 Spieleregal (Portmann)
Abb. 8.22 Spieleburg (Nolting)


CDs und CD-ROMs

CDs und CD-ROMs werden getrennt nach Medien für Kinder beziehungsweise für Erwachsene aufgestellt. Darüber hinaus empfiehlt sich eine grobe Sortierung nach den Inhalten, zum Beispiel Lesungen/Hörspiele, Klassische Musik, Unterhaltungsmusik bzw. Sachthemen oder Spiele.

Die CDs und CD-ROMs können in der Originalhülle präsentiert werden, da eine getrennte Aufstellung von Hülle und Datenträger aufwendig ist. CD-ROMs mit umfangreichen Beiheften, Handbüchern oder Spielanleitungen können in der Originalverpackung aufgestellt werden; für solche CD-ROMs eignen sich besonders

„Mediaboxen“, die in verschiedenen Größen und Stärken angeboten werden und in die das umfangreiche Material eingelegt werden kann. Attraktiv präsentiert werden CDs und CD-ROMs in besonderen Schrägauslegeböden, Trögen, Drahtkörben oder Drehständern. In der Regel sind die Präsentationsmöglichkeiten auf ein bestimmtes Regalprogramm zugeschnitten.


DVDs, Blu-ray Discs, Computerspiele, Konsolenspiele

Die Aufstellung erfolgt wie bei den CDs und CD-ROMs.

Abb. 8.23 Präsentationsständer
Abb. 8.24 Stufentrog
Abb. 8.25 Drehständer
Abb. 8.26 Mehrzweckmöbel für Nichtbuchmedien
Abb. 8.26 a Hörbücherpräsentation mal anders: Bis der Arzt kommt!
Abb. 8.26 b Hörbücherpräsentation mal anders: mit Kopfhörern
(c) Birgit Stenert (priv.)
Abb. 8.26 c Hörbücherpräsentation mal anders: Frisch gefischt
Abb. 8.26 d Hörbücherpräsentation mal anders: Reiseliteratur
Abb. 8.26 e Hörbücherpräsentation mal anders: Himmliches Hörvergnügen
Abb. 8.26 f Hörbücherpräsentation mal anders: Mordsspannung


E-Books, E-Videos, E-Papers, E-Audios

Eine Aufstellung entfällt, da diese Medien nur virtuell verfügbar sind. Um die Leserin auf dieses Angebot aufmerksam zu machen, gibt es dennoch verschiedene Möglichkeiten der Bestandspräsentation:

  • Roll-Ups, Plakate, Lesezeichen mit Informationen zu diesem Angebot
  • Plakate mit Infos zu E-Papers und E-Journals im Zeitschriftenbereich
  • digitale Bilderrahmen
  • E-Book-Cover werden laminiert und bei der entsprechenden Sachgruppe am Regal befestigt mit dem Hinweis „Diesen Titel können Sie online ausleihen und auf Ihrem PC / MP3-Player / E-Book-Reader hören / lesen“.


M
edienkombinationen

Die Aufstellung erfolgt in der Regel beim entsprechenden Sachgebiet.

Regalbeschriftung

Der Standort jeder Bestandsgruppe und jedes Sachgebietes im Regal wird durch entsprechende Beschriftung gekennzeichnet. Die Regalbeschriftung muss mindestens die Kennzeichnung der Buch- bzw. Mediengruppen umfassen, z.B. „Kinderbücher“, „Romane und Erzählungen“, „Sachbücher“ usw. Hierfür gibt es z.B. beschriftbare Tafeln oder Fähnchen, die über dem jeweiligen Regal angebracht werden, bzw. Stirnseitenbeschriftungen.

Abb. 8.27 Fähnchen

Für eine detaillierte Untergliederung empfiehlt es sich, die Beschriftung direkt am Regalboden, z.B. per Aufkleber oder Buchstütze mit Signierrahmen anzubringen. Sinnvoll ist dies vor allem im Sachbuchbereich insbesondere bei großen Beständen.

Abb. 8.28 Stirnseitenbeschriftung
Abb. 8.29 Fachbodenbeschriftung
Abb. 8.30 Regalbeschriftung
Abb. 8.31 Beschriftungswürfel


Zur Orientierung im Sachbuchbereich empfiehlt sich der Aushang der Systematikübersicht an mehreren Stellen (z.B. vergrößerte SKB).

Eine attraktive, ordentliche Aufstellung der Medien fördert auch die Nutzung der Bestände. Die Buchrücken schließen mit der Vorderkante der Regalfachböden ab. Bei der Aufstellung des Bestandes soll in jedem Regalfach und zwischen den Buchgruppen bzw. Sachgebieten genügend Zwischenraum gelassen werden, damit Bücher auch frontal präsentiert werden können. So können auch die aus der Ausleihe zurückgekommenen Bücher schnell eingestellt werden. Im Kap. 5 „Büchereibau, Büchereiraum und -einrichtung“ finden sich Hinweise zu speziellen Präsentationsmöbeln.

Abb. 8.32 Frontalpräsentation 1
Abb. 8.33 Frontalpräsentation 2
Abb. 8.34 Frontalpräsentation 3