Der Systematische Katalog (SyK)

Der Systematische Katalog (SyK) erschließt den Sachmedienbestand einer Bücherei nach inhaltlichen Zusammenhängen und ist genau wie der AK verpflichtend. Er gibt Auskunft über die Frage, ob Medien zu einem bestimmten Thema oder Sachgebiet vorhanden sind, z.B. welche Medien über Frankreich in der Bücherei zu finden sind.

Der SyK ist jeweils getrennt anzulegen für:

  • Sachbücher für Erwachsene einschließlich der sachbezogenen Nicht-Buch-Medien für Erwachsene
  • Kindersachbücher einschließlich der sachbezogenen Nicht-Buch-Medien für Kinder.

Anlage der Katalogkarte für den Systematischen Katalog

Die Katalogkarten für den SyK bestehen aus dem Einheitszettel (s. Anh. „Bibliothekarische Titelaufnahme“) in den jeweiligen Kennfarben (s. Kap. 8 „Gliederung, Kennzeichnung und Aufstellung des Bestands“). Auf dem Einheitszettel werden unten rechts die Notationen der Sachgebiete (Hauptstelle und eventuelle Nebenstellen) aufgetragen. Zusätzlich wird oben links in Höhe des Ordnungsblocks die Systematiknotation angegeben, die der Aufstellung im Regal entspricht (Standort). Bei Nicht-Buch-Medien wird der Kennbuchstabe für die Medienart, z.B. CD, unter der Notation aufgetragen.

Abb. 10.4 Tonträger, Kindersachbuch, Sachbuch Biografie, Spiel, Sachbuch

Ordnung des Systematischen Katalogs

Abb. 10.5 Beispie für die Ordnung des Systematischen Katalogs

Im SyK steht die sachliche Ordnung an erster Stelle. Diese Ordnung wird bestimmt durch die gewählte Systematik, in der Regel die Sachbuchsystematik für Katholische  öffentliche  Büchereien  (SKB/SKB-E  bzw.  die  Kindersachbuchsystematik, s. Anh. „Sachbuchsystematik“). Eine Alternative zu einer Systematik ist die leser- orientierte Aufstellung mit Klartextsignaturen.


Sachbuchsystematik

Bei dieser Systematik werden die Katalogkarten in den SyK folgendermaßen eingeordnet:

Zunächst werden die Karten nach den für die Ordnung zutreffenden Systematiknotationen geordnet, z.B. Ge 3.2, Ge 3.21, Ge 5.


Die 0-Gruppen (s. Kap. 8 „Gliederung, Kennzeichnung und Aufstellung des Bestands“) werden hinter die entsprechende Notation geordnet (z.B. Ge 3.210 hinter Ge 3.21).

Die so vorgeordneten Katalogkarten werden dann hinter den jeweiligen einzelnen Leitkarten alphabetisch nach Ordnungswörtern eingeordnet. Folgende Systematikgruppen bilden eine Ausnahme:

Bei den Systematikgruppen Bi 2, Ge 5.7 und Ge 5.8, Ku 3 sowie den Werk- und Lebensmonografien einzelner Personen (0-Gruppen) werden die Katalogkarten innerhalb der jeweiligen Systematikgruppe nicht alphabetisch nach den Ordnungswörtern eingeordnet, sondern:

  • Bei der Gruppe Bi 2 (Einzelbiografien) und den „0-Gruppen“ (Werk- und Lebensmonografien) wird nach dem Namen der behandelten Person sortiert.
  • In den Gruppen Ge 5.7 (Geschichte deutscher Länder und Landschaften) und Ge 5.8 (Geschichte einzelner deutscher Städte) wird alphabetisch nach Namen sortiert.
  • Bei der Gruppe Ku 3 (Kunststätten) wird nach dem Namen der Stadt, in der sich die Kunststätte befindet, sortiert.

Beispiel:    

Li 3.25
vor: Li 3.250 – Brecht, Bertolt
vor: Li 3.250 – Dürrenmatt, Friedrich

Ge 5.8 – Berlin
vor: Ge 5.8 – Bonn
vor: Ge 5.8 – Coburg


Leserorientierte Aufstellung

Ausgehend von den Lebenswelten der Menschen werden Teile oder auch der ganze Sachbuchbestand nach Themenblöcken mit ansprechenden Ober- und Unterbegriffen gegliedert, die auch im Klartext auf dem Rückenschild stehen. Über die unterschiedlichen Konzepte informieren Sie sich bitte bei Ihrer zuständigen Fachstelle (s. Kap. 1 „Büchereikonzept“).

Bei der leserorientierten Aufstellung werden die Katalogkarten in einen Sachbuchkatalog folgendermaßen eingeordnet:

Zunächst werden die Karten nach den Oberbegriffen, z.B. „Haus & Garten“ und innerhalb derer nach den Unterbegriffen, z.B. „Heimwerken“, „Raumgestaltung“, „Balkon & Terrasse“ sortiert.

Die so vorgeordneten Katalogkarten werden dann hinter den jeweiligen einzelnen Leitkarten alphabetisch nach Ordnungswörtern eingeordnet.

Beispiel:    

Haus & Garten vor: Heimwerken
vor: Heimwerken – Dahei (bzw. Dahe)
vor: Heimwerken – Findi (bzw. Find)

Nebenstellen im Systematischen Katalog (Verweisungen)

Ein besonderer Vorzug des Systematischen Katalogs besteht darin, dass Medien, die mehrere Sachgebiete behandeln, in den verschiedenen Sachgebieten, d.h. an verschiedenen Systematikstellen, nachgewiesen werden können. Dabei werden mehrere Katalogkarten für das betreffende Medium in den Systematischen Katalog eingeordnet. Die erste Katalogkarte bildet die sogenannte Hauptstelle, eine zweite und ggf. dritte Katalogkarte an anderen Stellen des Systematischen Katalogs die sogenannten Nebenstellen.

Wo eine solche Nebenstelle erforderlich ist, wird auf dem Einheitszettel neben der Notation der Hauptstelle unten rechts die Notation der Nebenstelle eingetragen. Zwischen der Hauptstelle und der Nebenstelle steht ein Pfeil. Eventuelle weitere Nebenstellen werden durch Semikolon getrennt im Anschluss an die vorangehende Nebenstelle aufgetragen. Links oben wird bei den Karten für die Haupt- und alle Nebenstellen nur die Hauptstelle angegeben, d.h. die Notation, die den Standort des Mediums im Regal angibt. Die für die Ordnung im Katalog relevante Neben- stelle wird durch Unterstreichen der entsprechenden Notation rechts unten gekennzeichnet. Die Einordnung der Karten in den SyK erfolgt nach der Notation, die unterstrichen ist.

Abb. 10.6 Katalogkarten: Hauptstelle, 1. Nebenstelle, 2. Nebenstelle