Ausleihe, Rückgabe, Mahnung, Vormerkung, Ausleihbeschränkungen

Ausleihe, Verlängerung der Leihfrist

Für die Ausleihe von Medien wird zunächst das Benutzerkonto der Leserin aufgerufen. Dies geschieht entweder durch das Einlesen der Barcode-Nummer auf dem Benutzerausweis oder durch das manuelle Suchen von Lesernummer oder Namen der Leserin. Im Benutzerkonto sind alle derzeit von der Leserin ausgeliehenen und vorbestellten Medien aufgeführt.

Bei der Verbuchung des Mediums wird vom Programm das Rückgabedatum automatisch ermittelt. Die Ausleihfristen können je nach Medienart unterschiedlich festgelegt werden.

Nach Beendigung des gesamten Ausleihvorgangs wird über den Quittungsdrucker ein Beleg ausgegeben, dem alle soeben entliehenen Medien mit den Rückgabedaten zu entnehmen sind und gegebenenfalls noch entliehene Medien. Ist kein Quittungsdrucker vorhanden, können die Daten auch wie bisher auf dem Fristzettel vermerkt werden.

Möchte ein Kind ein Medium entleihen, das nicht für sein Alter freigegeben ist, erscheint bei der Verbuchung ein Warnhinweis bzw. ein Sperrvermerk. Das Medium darf in diesem Fall nicht ausgeliehen werden.

Bei der Verbuchung von Spielen erscheinen Hinweise auf dem Bildschirm, die zur Überprüfung der Vollständigkeit auffordern. Ähnliche Hinweise lassen sich auch für Beilagen (z.B. Bastelbögen) und für Medienkombinationen (z.B. Sprachlehrbücher mit CD) festlegen.

Im Benutzerkonto können Medien für eine weitere Ausleihfrist verlängert werden. Dies erfolgt nur dann, wenn das Medium nicht für eine andere Leserin vorgemerkt wurde.

Es liegt an der Bücherei, ob sie Verlängerungen auch telefonisch oder per Mail ent- gegennimmt oder die Leserin mittels OPAC (s. Kap. 9 „Verwaltung und Erschließung von Medien“) selbstständig von zu Hause aus Verlängerungen vornehmen kann.

Rückgabe

Auch die Rückgabe erfolgt über das Einlesen der Barcodes. Hierfür ist es nicht notwendig, dass die Leserin ihren Ausweis vorlegt.

Eventuell entstandene Versäumnisgebühren werden vom Programm aufsummiert und können zum Abschluss des Vorgangs von der Leserin eingefordert werden.

Bei Medienkombinationen ist zu überprüfen, ob alle Medien enthalten sind. Bei Nicht-Buch-Medien wird geprüft, ob der Datenträger in der Hülle ist und die Nummern übereinstimmen.

Gleichzeitig sollte der einwandfreie Zustand des Mediums geprüft werden. Bei einer mutwilligen oder fahrlässigen Beschädigung ist die Benutzerin schadensersatzpflichtig.

Beschädigte oder nicht einwandfreie Medien müssen in Ordnung gebracht werden. Die Mitarbeiterinnen der Bücherei müssen prüfen, ob die Medien repariert werden können oder aussortiert werden müssen.

Normale Abnutzungen oder offensichtliche Herstellungsmängel (z.B. bei Fadenheftung) gehören zu den unvermeidbaren Begleiterscheinungen eines lebendigen Büchereibetriebes.

Es empfiehlt sich, die zurückgebrachten Medien feucht zu reinigen, bevor sie wieder in die Ausleihe gehen.

Mahnung

Mindestens einmal pro Woche sollte der programminterne Mahnlauf durchgeführt werden, um die ausgeliehenen Medien schnellstmöglich zurückzubekommen, ärgerliche Auseinandersetzungen mit den säumigen Benutzerinnen zu vermeiden und eventuelle eigene Fehler rechtzeitig aufzudecken. Hierbei prüft die Software, bei welchen Medien die Ausleihfrist überschritten wurde und ob Mahnungen fällig sind. Diese können dann aus dem Programm heraus ausgedruckt und an die Leserinnen verschickt oder direkt gemailt werden.

Bevor gemahnt wird, empfehlen sich eine gewisse Kulanzzeit sowie ein Erinnerungsschreiben. Außerdem sollte die Büchereimitarbeiterin am Regal nachsehen, ob die Medien vielleicht doch zurückgegeben, aber versehentlich nicht zurückgebucht wurden.

Mahnung oder Erinnerungsschreiben kann per Post, per Mail oder telefonisch erfolgen.

Die Bücherei legt im Vorhinein die Berechnungsgrundlagen fest, die das Bibliotheksverwaltungsprogramm zur Ermittlung der Mahn- und Bearbeitungsgebühren benötigt. Diese werden in der Gebührenordnung (s. Anh. „Gebührenordnung – Muster“) festgelegt. Bei der Berechnung der Mahngebühren werden automatisch Schließtage, Feiertage, Ferien usw. berücksichtigt.

Bringt die Benutzerin die Medien trotz mehrmaliger Mahnung nicht zurück, kann ein Einwurf-Einschreiben verschickt werden. Führt auch diese Maßnahme nicht zum Erfolg, so kann der Träger eine Schadensersatzforderung ausstellen. Im Extremfall muss der Gerichtsvollzieher eingeschaltet werden. Grundsätzlich ist auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu achten. Die Leserin, die so gravierend gegen die Benutzungsordnung verstoßen hat, ist von der Benutzung der Bücherei auszuschließen.

Vormerkung

Ausgeliehene Medien können für eine Benutzerin vorgemerkt werden. Im Datensatz des ausgeliehenen Mediums wird über die Lesernummer der Vormerkwunsch gespeichert.

Wird ein vorgemerkter Titel zurückgebucht, erscheint ein Hinweis auf dem Bildschirm.

Verfügt die Bücherei über einen Quittungsdrucker, so kann die Vormerkung ausgedruckt und dem Medium beigelegt werden. Dieser Titel wird daraufhin nicht in den Bestand zurücksortiert, sondern im Vormerkregal für die Leserin bereitgestellt. Die Benutzerin kann telefonisch, schriftlich oder per E-Mail benachrichtigt werden, dass der gewünschte Titel zur Abholung bereitsteht.

Wird das vorbestellte Medium innerhalb einer festgelegten Frist (z.B. zwei Wochen nach der Benachrichtigung) nicht abgeholt, wird es in den Bestand zurückgestellt.

Möglichkeiten der Ausleihbeschränkung

Das Ausleihmodul bietet auch die Möglichkeit verschiedener Ausleihbeschränkungen.

  • (Vorübergehende) Sperrung bestimmter Leserinnen

Dies empfiehlt sich z.B., wenn eine Leserin die Ausleihfristen deutlich überschritten hat, Medien häufig „verliert“ oder Gebühren nicht bezahlt. Möchte eine gesperrte Leserin weitere Medien ausleihen, erscheint bei der Verbuchung ein Warnhinweis bzw. ein Sperrvermerk. Das Medium kann in diesem Fall nur verbucht werden, wenn die Mitarbeiterin die Sperre aufhebt.

  • Sperrung bestimmter Medien

Ebenso ist es möglich, einzelne Medien von der Ausleihe auszuschließen, z.B. weil sie für eine Veranstaltung benötigt werden oder weil bestimmte Medien für bestimmte Benutzergruppen (DVDs für Kinder) gesperrt sind.

  • Verkürzte Leihfrist

Empfehlenswert ist dies z.B. bei stark nachgefragten Medien oder auch, wenn bestimmte Medien bald – beispielsweise für eine Lesung – gebraucht werden.

  • Festlegung von Ausleih-Höchstgrenzen

Dies empfiehlt sich z.B. bei Einführung einer neuen Bestands- und Mediengruppe, z.B. Blu-ray Discs. Es kann festgelegt werden, dass z.B. maximal zwei Medien entliehen werden dürfen. Sinnvoll ist dies solange, wie der Bestand noch relativ klein ist.

  • Festlegung von Altersgrenzen

Die Altersgrenzen sind bei Nicht-Buch-Medien durch USK- bzw. FSK-Vermerk gesetzlich verbindlich vorgegeben. Darüber hinaus kann die Bücherei eigene Altersgrenzen festlegen. Möchte ein Kind ein Medium entleihen, das nicht für sein Alter frei gegeben ist, erscheint bei der Verbuchung ein Warnhinweis bzw. ein Sperrvermerk. Das Medium darf in diesem Fall nicht ausgeliehen werden.

Besonderheiten bei den Nicht-Buch-Medien

Ausleihe, Rückgabe, Verlängerung, Vormerkung und Mahnung erfolgen in der Regel analog zu den Verfahrensweisen bei Büchern.

Bei der Rückgabe sollten die Medien (z.B. CDs, CD-ROMs, DVDs, Blu-ray Discs usw.) und die entsprechenden Verpackungen (z.B. CD-Hülle) auf ihren Zustand überprüft werden. Zerbrochene Hüllen sind auszutauschen. Leerhüllen sind über die Dienstleister oder den Fachhandel erhältlich.


CD-ROMs, DVDs, Blu-ray Discs, Computer- und Konsolenspiele

CD-ROMs, DVDs, Blu-ray Discs, Computer- und Konsolenspiele dürfen nach geltendem Recht (Jugendschutzgesetz) nur an Personen ausgeliehen werden, deren Alter mindestens dem auf dem Datenträger angegebenen Alter entspricht (USK- bzw. FSK-Vermerk). Die allgemeine Benutzungsordnung der Bücherei (s. Anh. „Benutzungsordnung – Muster“) muss um entsprechende Hinweise auf das Urheberrecht ergänzt werden. Ebenso ist darauf hinzuweisen, dass die Bücherei keine Haftung bei Computerviren übernimmt.

Folgende Formulierung kommt infrage: „Die Katholische öffentliche Bücherei …. haftet nicht für Schäden, die durch die Nutzung der Datenträger an Dateien, Datenträgern und Hardware auftreten. Bei der Nutzung der Datenträger sind die gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechts zu beachten.“


Spiele

Bei der Rückgabe des Spiels wird geprüft, ob die Spielanleitung und wesentliche Spielteile vorhanden sind

Fehlende Spielteile können in 80 bis 90 Prozent der Fälle wieder beschafft werden:

  • Die Spielanleitung kann ersetzt werden, da das Original in der Bücherei vorliegt.
  • Viele Verlage stellen die Spielanleitungen online zur Verfügung.
  • Für oft vorkommende Spielteile (z.B. für Würfel, Chips, Spielfiguren) kann ein Vorrat (z.B. aus ausgesonderten Spielen) angelegt werden. Solche Teile sind auch im Spielwarenhandel erhältlich.
  • Verloren gegangene Spielteile können im Spielwarenhandel erworben werden.
  • Bei vielen Spielen macht der Verlust eines oder weniger Spielteile (z.B. Spielgeld) das Spiel nicht unspielbar. Geht z.B. bei einem Memory-Spiel ein Stück eines Paares verloren, wird das zweite Stück entfernt. So bleibt das Spiel weiterhin spielbar.
  • Einige Spielehersteller sind bereit, für ihre Spiele Ersatzteile zu liefern, soweit diese noch im Programm sind. Ersatzteile können meist über die Homepage des entsprechenden Herstellers, für Büchereien oftmals auch kostenlos, bestellt werden.
  • Es empfiehlt sich, bei der Ausleihe von Spielen Tragetaschen auszugeben, um dem Verlust von Spielteilen beim Transport vorzubeugen.


Zeitschriften

Zeitschriften haben in der Regel eine kürzere Leihfrist als Bücher. Eine Ausleihfrist von ein bis maximal zwei Wochen erweist sich als sinnvoll.

Das aktuellste Heft kann zur Ansicht in der Bücherei ausgelegt werden und ist erst ausleihbar, wenn das nächste Heft eingegangen ist. So kann jede Leserin immer auf die neueste Ausgabe zugreifen.