2. Titelaufnahme nach RDA

2.1 Was ist Formalerschließung?

Unter Formalerschließung versteht man die Katalogisierung eines Mediums (Ressource) zum Zweck seines Nachweises im Katalog einer Bücherei. 

Die Katalogisierung umfasst dabei die Beschreibung eines Mediums (Ressource) und die Festlegung der formalen Merkmale bzw. Suchbegriffe, unter denen die Eintragungen vorzunehmen sind. 

Der Katalogisierungsstandard RDA legt fest, welche Angaben in einer bibliografischen Beschreibung enthalten sein sollen, welchen Informationsquellen man die benötigten Angaben entnimmt und wie und in welcher Reihenfolge diese zu notieren sind.

2.2 Beschreiben von Medien als "Übertragen" von Angaben

Für die Katalogisierung nach RDA gilt, dass möglichst viele Informationen direkt vom Medium selbst abgeschrieben werden. RDA folgt bei der Erfassung von Medien dem Grundsatz »Nimm, was du siehst!« Die Angaben werden übertragen, ohne etwas wegzulassen oder abzukürzen. Man verwendet also immer die Sprache, Schrift und Sonderzeichen, die man im Medium selbst vorfindet, sofern die genutzte Bibliothekssoftware diese darstellen kann. 

Hinweis: Auf Katalogkarten können Abkürzungen aus Platzgründen benutzt werden.

Ebenfalls übertragen werden Abkürzungen, Satzzeichen und diakritische Zeichen – wie etwa Gedankenstriche, Kommata, Akzente, Symbole und Sonderzeichen. Fehlen in einem Medium Satzzeichen, so werden sie ergänzt. Offensichtliche Schreibfehler werden übernommen. Die korrekte Schreibweise wird dann in einer Anmerkung festgehalten.

Zu den abzuschreibenden Elementen gehören auch Zahlen, wie zum Beispiel römische Zahlen. Ordnungszahlen werden so wiedergegeben, wie es in der Sprache des Mediums üblich ist (›1.‹oder ›1st‹). 

Vom Prinzip der exakten Übertragung wird abgewichen, wenn die Verständlichkeit durch dieses Vorgehen beeinträchtigt würde. Das Prinzip der exakten Übertragung gilt auch nicht für Groß- und Kleinschreibung. Hier erfolgt die Wiedergabe nach den normalen, für einen Fließtext geltenden Schreibregeln.